ANTENNE BAYERN und STUDIO GONG haben zu den Planungen des Bayerischen Rundfunks (BR), zukünftig sein bislang nur digital ausgestrahltes Jugendradio BR Puls im Zuge eines Frequenztausches mit BR Klassik über UKW zu verbreiten, ein Gutachten vorgelegt, das die Auswirkungen dieses Frequenztauschs auf die wirtschaftliche Situation im bayerischen Radiowerbemarkt und die Anbieterlandschaft analysiert. Das Gutachten von der unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RBS RoeverBroennerSusat, Hamburg, kommt zu dem Ergebnis, dass im Falle einer UKWAufschaltung des werbefrei geplanten BR Puls die privaten Radiosender Bruttowerbeerlöse von rund 64 Mio. Euro verlieren würden. Die Folgen wären im Lokalsenderbereich eine nachhaltige wirtschaftliche Verlustsituation, die so das gesamte gewachsene System des bayerischen Lokalfunks in Frage stellen würde. Auch landesweite Sender wie ANTENNE BAYERN wären von den erwarteten Umsatzverlusten erheblich in ihrer Zukunftsfähigkeit betroffen.
„Das Gutachten veranschaulicht die drastischen Auswirkungen einer UKW-Aufschaltung von BR Puls auf die gewachsene Vielfalt im bayerischen Radiomarkt. Insbesondere vielen privaten Lokalsendern würde die wirtschaftliche Grundlage entzogen und sie könnten sich nicht mehr im Markt halten“, erklärt Philipp von Martius, Geschäftsführer der Bayerischen Lokalradio-Werbung (BLW) und in dieser Funktion verantwortlich für die koordinierte Vermarktung der Lokalsender in Bayern. „Das bestehende Gleichgewicht zwischen öffentlichrechtlichen und privaten Radioanbietern in Bayern würde damit aufhören zu existieren. Wir appellieren an den Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks und die Bayerische Politik, sich diese Folgen einer UKW-Aufschaltung von BR Puls zu vergegenwärtigen. Die gewachsene bayerische Radiolandschaft mit ihrer lokalen Programmvielfalt ist in den Regionen Bayerns für das Identitätsgefühl der Hörer und als bezahlbares Werbemittel für den örtlichen Mittelstand ein unverzichtbarer Strukturfaktor geworden. Diese Funktionen sind durch ein weiteres Programm des BR aus München nicht zu ersetzen.“
Karlheinz Hörhammer, Vorsitzender der Geschäftsführung von ANTENNE BAYERN, ergänzt: „Für ANTENNE BAYERN hätten die Umsatzverluste insbesondere Auswirkungen auf anstehende Innovationen und Investitionen z.B. im Bereich der digitalen Radioverbreitung. Damit würden sich langfristig die Wettbewerbsnachteile der privaten Anbieter gegenüber den Angeboten des Bayerischen Rundfunks weiter verstärken und die Schere im bayerischen Radiomarkt perspektivisch immer weiter auseinandergehen.“
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